Pflege-Abitur absolut nicht zielführend
Vorschlag der EU-Kommission treibt Pflegenotstand nur weiter in die Höhe
Die EU-Kommission hat in Sachen Ausbildung von Pflegekräften die Fühler nun auch nach Deutschland ausgestreckt. In Brüssel möchte man – wie bereits in 24 Staaten geschehen – ein sogenanntes Pflege-Abitur verordnen. Dies würde bedeuten, dass alle Pflegekräfte wie Krankenschwestern oder Hebammen künftig den höchsten Schulabschluss – also Abitur – haben müssten.
„In Zeiten eines Pflegenotstands und Fachkräftemangels halte ich die Überlegungen aus Brüssel für absolut nicht zielführend. Es würde die Situation nur noch zusätzlich verschärfen und dies können und wollen wir nicht zulassen“, so Stefan Teufel, Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.
„Wir haben in Baden-Württemberg – aber auch auf ganz Deutschland bezogen – ein extrem hohes Niveau in Sachen Aus- und Weiterbildung in den Pflegeberufen. Und dies hat sicher-lich nichts damit zu tun, ob ein Auszubildender Abitur oder mittlere Reife hat“, so Teufel weiter. Der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Rottweil sieht natürlich auch die Tendenz, dass die Anforderungen in den Pflegeberufen ständig steigen. Jedoch sei dagegen nicht mit dem geforderten Pflege-Abitur vorzugehen, vielmehr sollte man die Bezahlung der Pflegekräfte mehr in den Fokus rücken und versuchen, mit geeigneten Maßnahmen hier einen Fortschritt zu erzielen.
„Es gibt nach meinen Recherchen viele junge Menschen, die gerne in Pflegeberufen arbeiten würden. Ihnen müssen wir erstens eine bessere Bezahlung bieten können und sie zweitens niemals über eine Regelung zum Pflege-Abitur teils gänzlich von ihren Berufswünschen ausschließen.“





